Foto © Deutsche Tinnitus-Stiftung Charité

Dr. Kurt Anschütz im Interview mit unserem Botschafter Li Yundi

Dr. Kurt Anschütz: Was ist für Sie ganz persönlich die Motivation, junge Menschen darauf aufmerksam zu machen, ihre Ohren zu schützen?

Yundi: Ich sehe mich als Musiker in der Verantwortung, ja: in der Pflicht, meine Bekanntheit zu nutzen, die Öffentlichkeit auf wichtige Anliegen, wie zum Beispiel den Kampf gegen Tinnitus, aufmerksam zu machen. Denn Tinnitus ist ein ernsthaftes gesundheitliches Problem mit teils schwerwiegenden Folgen für die Betroffenen und Angehörigen. Aus diesem Grund ist es auch notwendig, weiter nach Lösungen zu forschen.

Dr. Kurt Anschütz: Wie geht man in Ihrer Heimat mit dem Thema  „Hören und Gehörschütz” um? Sprechen Betroffene offen über Tinnitus?


Yundi: Tinnitus ist leider noch kein großes Thema in unserem Land, denn wir haben viele andere Probleme, die mehr Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Bisher berichten die Medien in Bezug auf Gesundheitsthemen mehr über körperliche oder geistige Behinderungen - was ja mindestens ebenso wichtig ist. Aber ich sehe in Ihrer Stiftungsarbeit die große Chance, dass hier in Deutschland und in der Folge auch in China mehr über Tinnitus berichtet wird.

Dr. Kurt Anschütz: Als Musiker sind Sie stark abhängig von einem gesunden Gehör – wie schützen Sie sich selbst vor Tinnitus?

Yundi: Glücklicherweise habe ich noch keine Probleme mit den Ohren. Wie gesagt: Gehörschutz ist in China noch kein großes Thema. Für die meisten Chinesen steht eher der Schutz der Augen im Vordergrund. Aber da ich weiß, wie wichtig Gehörschutz ist, setze ich mich dafür ein.

Dr. Kurt Anschütz: Seit 2012 sind wir mit unserer Jugendpräventionskampagne „Ich höre was, was Du nicht hörst“ auf großen Musikfestivals unterwegs, um junge Menschen über Tinnitus und Gehörschutz zu informieren und kostenlose Ohrstöpsel zu verteilen. Was möchten Sie den jungen Menschen sagen, die – wie Sie – Musik lieben oder sogar selbst Musiker sind?


Yundi: Meine Message ist ganz einfach: Schützt Eure Ohren!

Dr. Kurt Anschütz: Vielen Dank für das Interview.

Das Interview wurde in Berlin geführt.