Auf unserer Facebookseite posten wir wöchentlich eine Frage rund um das Thema Tinnitus. Die Antwort vom Team "Dr. Ohr", den ExpertInnen des Tinnituszentrums, gibt es hier auf unserer Website. Sie haben auch eine Frage? Schreiben Sie uns gern via Facebook oder senden Sie eine E-Mail an tinnitus(at)united.de.

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  • Frage der Woche Nr. 43, 22.02.2017

Dr. Ohr: In manchen Fällen können laute Spielzeuge in der Tat schädlich für die Ohren sein. Es ist zu beachten, dass diese Hörschäden sich meistens über einen längeren Zeitpunkt entwickeln. Die europäische „Spielzeugrichtlinie“ legt zwar fest, dass Spielzeug auf einer Entfernung von 2,5 cm nicht lauter als 80 dB sein darf. (1)
Jedoch richtet sich das Spielverhalten von Kindern nur selten nach solchen Gebrauchsempfehlungen. Wer schon einmal mit kleinen Kindern gespielt hat, weiß, dass diese ihr Spielzeug häufig unmittelbar an das Ohr halten. In Anbetracht der Tatsache, dass Arbeitnehmern bereits ab einer Lautstärke von 85 dB am Arbeitsplatz empfohlen wird, Gehörschutz zu tragen, ist es auch für Kinder nicht gut, dauerhaft zu lautem Spielzeug ausgesetzt zu sein.

Es ist deswegen empfehlenswert, Spielzeug bewusst einzukaufen und dabei auf den Lärmpegel zu achten. Eine normale Spielzeugpistole kann zum Beispiel schon zwischen 110 und 135 dB erreichen. Spielzeug, das eine explizite Warnung enthält, sollte gemieden werden. (2)

Quelle: (1) Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen: Gesundheits- und Umweltschutz für Kinder, www.verbraucherzentrale.nrw/kinderzimmer. 2. Juni 2016.

Quelle: (2) Hear-it.org: Noisy toys are not for delicate ears, www.hear-it.org/noisy-toys-are-not-for-delicate-ears. 2016.

  • Frage der Woche Nr. 42, 15.02.2017

Dr. Ohr: Leider ist es nicht möglich, Sinneszellen im Ohr zu operieren, denn das Ohr ist dafür zu klein. Eine Operation könnte außerdem auch gefährlich sein und eine vollständige Ertaubung verursachen. Denn eine Öffnung des Innenohrs, das im Schädelknochen verankert ist und in dem sich die Sinneszellen befinden, könnte zu dem Verlust der speziell zusammengesetzten, kaliumreichen Innenohrflüssigkeit führen. Diese befindet sich im Labyrinth des Innenohrs und wird auch Endolymphe genannt. Sie ist zum Beispiel wichtig, damit wir hören können. Wenn die Haarzellen durch Schwingungen gereizt werden, öffnen diese sich und ermöglichen, dass Kaliumionen aus der Endolymphe in die Zellen strömen. Dadurch werden Membranpotenziale ausgelöst, auf die neuronale Erregungen folgen, die an das Gehirn weitergeleitet werden. Auch für unseren Gleichgewichtssinn ist die Endolymphe wichtig. Wer sich dreht, setzt die Innenohrflüßigkeit zum Beispiel in Bewegung, was zu einer Biegung der Haarzellen führt. Diese Biegung löst einen Reiz aus, der erneut an das Gehirn weitergeleitet und so als Drehbewegung wahrgenommen wird. (1)

Quelle: (1) Dr. phil. Petra Brüggemann, Prof. Dr. med. Birgit Mazurek: Tinnitus: 100 Fragen – 100 Antworten, Ein Ratgeber für Betroffene. Hamburg: Neuauflage 2016, Frage 19.

  • Frage der Woche Nr. 41, 08.02.2017

Dr. Ohr: Morbus Menière zu diagnostizieren, ist häufig nicht besonders einfach. Bei Patienten, die an Morbus Menière erkranken, stauen sich häufig Lymphflüssigkeiten in den Gängen des Gehör- und Gleichgewichtsorgan an. Bisher ist nicht klar, ob dieser Stau auch die Ursache der typischen Symptome, die bei Morbus Menière auftreten, ist.

Man kann bei der Krankheit zwischen definitivem und wahrscheinlichem Morbus Menière unterscheiden. Patienten, die an definitivem Morbus Menière leiden, berichten oft von Drehschwindel, Hörverlust im Tieftonbereich und anderen Symptomen wie Tinnitus oder Ohrdruckgefühl. Der Schwindel kann hierbei bis zu 12 Stunden anhalten. Wahrscheinliches Morbus Menière schließt im Gegensatz dazu auch unspezifische Gleichgewichtsprobleme und Ohrprobleme ein, die bis zu 24 Stunden andauern können.

Prinzipiell können bei Morbus Menière viele verschiedene Formen von Schwindel vorkommen, die häufig psychisch bedingt sind. (1)

Quelle: (1) Dr. Helmut Schaaf, Wann ist ein Morbus Menière ein Morbus Menière, Tinnitus Forum: Ausgabe 3-2016, S. 35-36.

  • Frage der Woche Nr. 40, 01.02.2017

Dr. Ohr: Schilddrüsenhormone werden oft eingenommen, um unserer Hypophyse, einer Hirnanhangsdrüse, die für den Stoffwechsel und die Bildung von wichtigen Hormonen zuständig ist, „vorzuspielen“, dass genügend Hormone produziert werden. Ziel einer solchen Therapie ist es, mittelfristig überschüssiges Schilddrüsengewebe abzubauen. Bei einer Schilddrüsenunterfunktion wird häufig die Behandlung mit dem Schilddrüsenhormon L-Thyroxin empfohlen, weil dieses anregend auf unser zentrales Nervensystem wirkt. Aber genau aus diesem Grund kann es auch Ohrgeräusche verstärken. Zu hohe oder niedrige Dosierungen von Schilddrüsenhormonen können unter Umständen schädigend für die Haarzellen im Innenohr sein. Es ist deswegen wichtig, dass Betroffene Ihre Schilddrüsenerkrankung und medikamentöse Behandlung mit Ihrem Arzt besprechen. (1)

Quelle: (1) Dr. phil. Petra Brüggemann, Prof. Dr. med. Birgit Mazurek: Tinnitus: 100 Fragen – 100 Antworten, Ein Ratgeber für Betroffene. Hamburg: Neuauflage 2016, Frage 97.

  • Frage der Woche Nr. 39, 25.01.2017

Dr. Ohr: Insbesondere dann, wenn Betroffene unter Stress leiden, kann es während des Schlafens häufig zu Verspannungen kommen. Diese werden natürlich auch dann begünstigt, wenn man verkehrt gelegen hat, die Halswirbelsäule während des Schlafens besonders belastet wurde oder wenn man den Kopf beim Einnicken vor dem Fernsehgerät falsch hält. All dies kann einen bestehenden Tinnitus und die damit zusammenhängenden Ohrgeräusche verstärken. Aber auch Kiefergelenkstörungen können das Geräusch im Ohr verschlimmern: So treten manchmal Verspannungen im Kiefer bei Betroffenen auf, die nachts mit den Zähnen knirschen. Es ist deswegen immer sinnvoll, beim Beratungsgespräch mit dem Arzt auch über diese „Gewohnheiten“ zu sprechen. (1)

Quelle: Dr. phil. Petra Brüggemann, Prof. Dr. med. Birgit Mazurek: Tinnitus: 100 Fragen – 100 Antworten, Ein Ratgeber für Betroffene. Hamburg: Neuauflage 2016, Frage 83.

  • Frage der Woche Nr. 38, 19.01.2017

Dr. Ohr: Man geht davon aus, dass die Ursache eines Tinnitus bei Betroffenen oft an Veränderungen des Hörsystems liegt. Eine Musiktherapie zielt unter anderem darauf ab, Betroffene mithilfe von Musik und Geräuschen abzulenken und sie auf diese Weise dabei zu unterstützen, dem Tinnitus weniger Aufmerksamkeit zu schenken. Diese „Aufmerksamkeitsumlenkung“ und natürlich auch die positiven Emotionen, die Musik auslöst, können den Betroffenen helfen, den Tinnitus selbst weniger stark zu erleben.

Als alleinige Behandlungsmaßnahmen des Tinnitus hat Musiktherapie allerdings ihre Wirksamkeit noch nicht ausreichend zeigen können. Vielmehr eignen sie sich als ein Baustein der sogenannten „multimodalen Behandlungsmethoden“. Diese umfassen neben einer kognitiven Verhaltenstherapie, bei der individuell auf das Leiden der Betroffenen eingegangen wird, auch Entspannungs- und körperbezogene Verfahren, wie zum Beispiel Physiotherapie, spezielle Hörtrainings, bei der Musik auch eine wichtige Rolle spielen kann, sowie gegebenenfalls die psychotherapeutische Behandlung von Begleiterscheinungen. (1)

Quelle: (1) Dr. phil. Petra Brüggemann, Prof. Dr. med. Birgit Mazurek: Tinnitus: 100 Fragen – 100 Antworten, Ein Ratgeber für Betroffene. Hamburg: Neuauflage 2016, Frage 77.

  • Frage der Woche Nr. 37, 11.01.2017

Dr. Ohr: In unserem Alltag befinden wir uns immer häufiger in lauten Umgebungen – ob in der Stadt, bei der Arbeit oder in der Freizeit auf Konzerten beziehungsweise anderen Großveranstaltungen. Um sein Gehör zu schützen, sollte man darauf achten, in diesen Situationen Gehörschutz zu verwenden.

Wer also auf der Arbeit täglich von sehr lautem Lärm umgeben ist, sehr gerne Live-Konzerte besucht oder sogar selber Musik macht, sollte sich zum Start in das Jahr unbedingt professionellen, angepassten Gehörschutz gönnen. Für Musiker*innen gibt es übrigens auch Ohrstöpsel, die den Sound nicht – wie oft befürchtet – verzerren!

Auch jene, die sich nicht bewusst in derartige, offensichtlich laute Umgebungen begeben, schädigen in ihrem Alltag unbewusst ihr Gehör. Zum Beispiel während der täglichen U-Bahn-Fahrt zu Arbeit oder Schule. Denn wer in öffentlichen Verkehrsmitteln Musik mit einfachen Bügel- oder In-Ear-Kopfhören hört, neigt häufig dazu, die Musik übermäßig laut aufzudrehen, um Außengeräusche zu übertönen. Das kann langfristig dem Gehör schaden. Empfehlenswert sind Kopfhörer, die externe Geräusche abschirmen – vorausgesetzt, dass diese nicht auch zu laut sind beziehungsweise zu laut eingestellt werden. (1)

Quelle: (1) Brian C. J. Moore und Carlo Ratti: Welche Vorbeugungsmaßnahmen gibt es?. Lärm: Eine Herausforderung unserer Zeit. S. 18-19.

  • Frage der Woche Nr. 36, 05.01.2017

Dr. Ohr: Wirksamkeitsuntersuchungen der letzten Jahre haben gezeigt, dass nur eine Tinnitus spezifische, strukturierte kognitive Verhaltenstherapie messbare und dauerhafte Erfolge versprechen kann. Ein Ziel dieser Therapieform ist es, dass Betroffene den Tinnitus nicht mehr als negatives Geräusch – oder negativen Stressor – bewerten, sondern als neutrales Begleitgeräusch. Denn Betroffene, die das Ohrgeräusch als unerträglich wahrnehmen und sich auf dieses konzentrieren, nehmen es meistens noch stärker war. Wenn dann noch Stress oder Ängste dazu kommen, wird das Ohrgeräusch unter Umständen sogar noch lauter empfunden. Mithilfe von kognitiven, verhaltenstherapeutischen Maßnahmen sollen Betroffene, die an chronischem Tinnitus leiden, lernen „wegzuhören“ bzw. die Ohrgeräusche „verlernen“.

Sollten Betroffene an begleitenden Erkrankungen wie Depressionen, Ängste oder Schlafstörungen leiden, müssen diese allerdings parallel dazu auch ärztlich behandelt werden.

Quelle: (1) Dr. phil. Petra Brüggemann, Prof. Dr. med. Birgit Mazurek: Tinnitus: 100 Fragen – 100 Antworten, Ein Ratgeber für Betroffene. Hamburg: Neuauflage 2016, Frage 61.

Quelle: (2) (2) Birgit Frohn: Sonderbeilage „Tinnitus in der hausärztlichen Praxis“, Der Hausarzt 12/2014, 15. Juli 2014.

  • Frage der Woche Nr. 35, 28.12.2016

Dr. Ohr: Ein Knalltrauma äußert sich meistens durch Hörverlust und Ohrgeräusche, zu denen in der Tat auch Tinnitus zählen kann. Wortwörtlich bedeutet ein Knalltrauma, dass das Ohr eine starke akustische Erschütterung erlitten hat. Schon ein kurzer aber starker Schallimpuls kann das Innenohr schädigen. Denn hier befinden sich die empfindlichen Haarzellen, die Schwingungen in bioelektrische Signale umwandeln. Infolge einer Überlastung durch ein sehr lautes Geräusch kommt es zu einer Störung der Haarzellen und dann oft zu Hörproblemen.

An Silvester ist also Vorsicht geboten! Wer nach der Explosion eines Böllers ein Gefühl von Taubheit verspürt, das häufig auch zusammen mit Ohrgeräuschen auftritt, sollte unmittelbar einen HNO-Arzt besuchen. Wir empfehlen, einen guten Sicherheitsabstand zu Böllern und Feuerwerkskörpern einzuhalten. Wer selbst Feuerwerkskörper zünden möchten, sollte zertifizierte Produkte kaufen und besonders Kinder von den lauten Explosionen fernhalten. (1)

Quelle: (1) Apotheken-Umschau: Was ist ein Knalltrauma, www.apotheken-umschau.de/Knalltrauma. 05. November 2015.

  • Frage der Woche Nr. 34, 21.12.2016

Dr. Ohr: Im natürlichen Prozess können Haarzellen im Innenohr nicht wieder wachsen. Wer sein Gehör oft überlastet, zum Beispiel durch Lärm oder zu laute Musik, fördert einen schnelleren Abbau dieser sensiblen Sinneszellen. Es ist deswegen wichtig, seine Ohren in lauten Umgebungen gut zu schützen.

Bei einem Hörsturz handelt es sich um eine plötzliche Hörminderung, die nicht unbedingt eine erkennbare äußere Ursache hat. Ein typisches Merkmal ist, dass Betroffene dumpfer und schlechter hören. Die genauen Ursachen von einem Hörsturz sind allerdings noch nicht komplett geklärt. Es wird vermutet, dass Durchblutungsstörungen, fehlerhafte Übertragungen der Nervenzellen oder auch Stress einen Hörsturz auslösen können. Bei einem leichten Hörsturz regeneriert sich das Ohr nach einigen Tagen aber häufig wieder von selber. (1)

Man geht in diesem Fall davon aus, dass die Haarzellen nur vorübergehend betroffen waren und sich danach wieder erholt haben. Halten die Symptome mehrere Tagen oder sogar Wochen an, ist nicht mehr mit einer „Erholung“ der Haarzellen zu rechnen, da diese dann nicht mehr „nachwachsen“ können. In jedem Fall sollte ein Arzt aufgesucht werden. (2)

(1) Apotheken-Umschau: Hörsturz, www.apotheken-umschau.de/hoersturz. 25. Juli 2016.

(2) Dr. Ulrike Labusch, Fachärztin für HNO-Heilkunde CCM: Campus Charité Mitte Tinnituszentrum

  • Frage der Woche Nr. 33, 14.12.2016

Dr. Ohr: Wer an Schwerhörigkeit leidet, kann mit einem angepassten Hörgerät eine bessere und breitere Stimulation der Hörbahn erreichen. Unter anderem ermöglicht ein angepasstes Gerät, dass Umgebungsgeräusche wieder besser wahrgenommen werden. Das Ohrgeräusch kann somit in den Hintergrund treten. Wenn auf beiden Ohren eine Schwerhörigkeit festgestellt wurde, ist es dann auch wichtig, auf beiden Seiten angepasste Hörgeräte zu tragen. Genau wie Menschen zwei Augen brauchen, um räumlich sehen zu können, können Menschen, die zwei Hörgeräte tragen, auch besser räumlich hören, als wenn nur eins verwendet wird. Und da Betroffene ihre Umwelt dann auch wieder besser wahrnehmen, kann ein Hörgerät auch die generelle kognitive Funktion verbessern. (1)

Quelle: (1) Dr. phil. Petra Brüggemann, Prof. Dr. med. Birgit Mazurek: Tinnitus: 100 Fragen – 100 Antworten, Ein Ratgeber für Betroffene. Hamburg: Neuauflage 2016, Frage 65.

  • Frage der Woche Nr. 32, 07.12.2016

Dr. Ohr: Während wir „hören“, werden elektrische Potenziale auf unserer Hörbahn weitergeleitet. Dies passiert mithilfe von Botenstoffen, die die Informationen von einer zur nächsten Nervenzelle transportieren.

Wer ein chronisches Ohrgeräusch wahrnimmt, hört ein abgespeichertes Muster auf dieser Hörbahn. Das heißt, dass sich verschiedene Nervenzellen so miteinander verbunden haben, dass sie bei Erregung sofort das vorbestimmte Muster produzieren. Die Botenstoffe, die dazu nötig sind, müssen natürlich zur Verfügung stehen. Einer von ihnen ist Glutamat. Seine Ausschüttung und Wirkung kann durch Magnesium gehemmt werden. Wenn dies über einen längeren Zeitraum passiert, ist es durchaus möglich, dass sich die strukturellen Verbindungen zwischen den Zellen wieder zurück bilden. Das Muster, das als störendes Geräusch wahrgenommen wird, wird so also „vergessen“. Erste Studien haben gezeigt, dass eine dreimonatige Magnesiumeinnahme zu einer Abnahme der Tinnitusbeschwerden führen kann. (1)

Quelle: (1) Dr. phil. Petra Brüggemann, Prof. Dr. med. Birgit Mazurek: Tinnitus: 100 Fragen – 100 Antworten, Ein Ratgeber für Betroffene. Hamburg: Neuauflage 2016, Frage 54.

  • Frage der Woche Nr. 31, 30.11.2016

Dr. Ohr: Um die Entstehung von Tinnitus zu vermeiden, sollte man zu starke Lärmbelastungen – das heißt zu hohe Lautstärken und Schalldrücke – vermeiden. So kann es zum Beispiel schädlich sein, dauerhaft Geräuschen ausgesetzt zu sein, die lauter als 85 dB sind. Dabei ist entscheidend, wie lange man dem Geräusch ausgesetzt ist: Je lauter das Geräusch, desto schneller entsteht ein Hörschaden.

Einige Beispiele sind:

  • 110 dB Motorkettensäge (max. 2 h/Woche)/Rockkonzert (max. 12,5 min/Woche)
  • 120 dB Knallkörper/Schmerzgrenze (max. 1,25 min/Woche)
  • 160 dB Sturmgewehr (sicherer Sinneszellschaden)

Wenn es etwas lauter wird, ist es deswegen wichtig, Gehörschutz zu tragen. Außerdem ist es auch sinnvoll, Stress zu vermeiden oder in stressigen Situationen diesen aktiv zu bewältigen – zum Beispiel mithilfe von Entspannungsverfahren. (1)

Quelle: (1) Dr. phil. Petra Brüggemann, Prof. Dr. med. Birgit Mazurek: Tinnitus: 100 Fragen – 100 Antworten, Ein Ratgeber für Betroffene. Hamburg: Neuauflage 2016, Frage 45.

  • Frage der Woche Nr. 30, 23.11.2016

Dr. Ohr: Allgemein kann die Frage mit einem „Nein“ beantwortet werden. In einigen Fällen kann Tinnitus als Begleiterscheinung der Morbus Menière-Krankheit auftreten. Dabei handelt es sich um eine Erkrankung des Innenohres, zu deren typischen Symptomen Tieftonschwerhörigkeit, Anfälle von Drehschwindel und Ohrgeräusche (Tinnitus) gehören. Der Name geht auf den französischen Arzt Prosper Menière (Paris, 1799–1862) zurück, der die Symptome erstmals beschrieb und sie dem Innenohr zuordnete. Bei einem schubartigen Verlauf der Menière-Krankheit verschlechtert sich das Hörvermögen, in manchen Fällen kann das auch zu Taubheit führen. (1)

Quelle: (1) Dr. phil. Petra Brüggemann, Prof. Dr. med. Birgit Mazurek: Tinnitus: 100 Fragen – 100 Antworten, Ein Ratgeber für Betroffene. Hamburg: Neuauflage 2016, Frage 44.

  • Frage der Woche Nr. 29, 16.11.2016

Dr. Ohr: Erst einmal gilt – wenn Ohrgeräusche auftreten, die nicht innerhalb weniger Tage wieder verschwinden, sollte man so schnell wie möglich einen HNO-Arzt aufsuchen. Dieser kann dann prüfen, ob eine Hörminderung vorliegt oder die Haarzellen im Innenohr geschädigt sind. 

Die Erfahrung zeigt, dass Maßnahmen, die die Nährstoffversorgung der Haarsinneszellen verbessern, meist nur in den ersten drei Monaten nach dem Eintreten des Tinnitus Wirkung zeigen und die Beschwerden lindern können. Zu den helfenden Maßnahmen gehören zum Beispiel Infusionen oder Medikamente, welche die Durchblutung fördern. In dieser Zeit spricht von einem akuten Tinnitus, der meistens nicht länger anhält. Nach drei Monaten gelingt es hingegen deutlich seltener, Beschwerden zu lindern. Dann spricht man von einem chronischen Tinnitus. Deswegen heißt es: Schnell zum HNO-Arzt – je früher, desto besser. (1)

Quelle: (1) Dr. phil. Petra Brüggemann, Prof. Dr. med. Birgit Mazurek: Tinnitus: 100 Fragen – 100 Antworten, Ein Ratgeber für Betroffene. Hamburg: Neuauflage 2016, Frage 24, 25 und 26.

  • Frage der Woche Nr. 28, 09.11.2016

Dr. Ohr: Vor allem kleine Kinder erkranken oft an Mittelohrentzündungen, aber auch Jugendliche und Erwachsene sind häufig betroffen. Die Ursache ist häufig ein Schnupfen, dessen Viren aus dem Nasen-Rachen-Raum in das Mittelohr vordringen und hier zu einer Entzündung der Schleimhäute führen. Auch eine bakterielle Infektion kann eine Entzündung auslösen.

Betroffene klagen oft über Ohrenschmerzen, Hörminderung, Schwindel und Fieber. Aber auch Ohrgeräusche können durch eine Mittelohrentzündung hervorgerufen werden (1). Manchmal entsteht sogar ein Tinnitus, denn bei einer Mittelohrentzündung entsteht ein vorübergehender Unterdruck im Ohr, der die Hörsinneszellen im Ohr schädigen kann. Auch Bakterien oder Viren, die auf das Nervengewebe einwirken, können die sensiblen Hörsinneszellen schädigen. Meist hält ein Tinnitus nach einer Mittelohrentzündung aber nicht lange an. Um sicher zu gehen, ist es in jedem Fall ratsam, einen HNO-Arzt aufzusuchen (2).

Quelle: (1) Apotheken-Umschau.de: Akute Mittelohrentzündung (Ottis media acuta). http://www.apotheken-umschau.de/Mittelohrentzuendung-akut (November 2016)

Quelle: (2) Dr. phil. Petra Brüggemann, Prof. Dr. med. Birgit Mazurek: Tinnitus: 100 Fragen – 100 Antworten, Ein Ratgeber für Betroffene. Hamburg: Neuauflage 2016, Frage 7.

  • Frage der Woche Nr. 27, 02.11.2016

Dr. Ohr: Es gibt Lärmpegel, die zu einer Hörverschlechterung führen können. In der Regel geht man davon aus, dass diese ab 90 Dezibel (A) für die Ohren schädlich sein können, wenn man ihnen über einen längeren Zeitpunkt ausgesetzt ist. Allerdings kann man meistens schwer vorhersagen, ob solche Pegel bei Veranstaltungen wie einem längeren Opernbesuch erreicht werden. Wenn doch, dann treten die Beschwerden meist nur kurzfristig auf – was aber trotzdem manchmal schädlich für die Ohren sein kann. Wenn man sich nicht sicher sein kann, wie laut der Opernbesuch wirklich wird, schadet es also nicht, Gehörschutz mitzunehmen.

Wer bereits an einem Tinnitus leidet, ist häufig auch geräuschempfindlicher. In diesem Fall ist es ratsam, die Geräuschempfindlichkeit zu behandeln, bevor man sich mit lauten Geräuschpegeln – z.B. bei Konzerten – umgibt. Die Methode ist einfach und schnell: Betroffene setzen sich einer Geräuschbelastung aus, die bis an die Empfindlichkeitsgrenze reicht. So kann sich nach kurzer Zeit die Geräuschempfindlichkeit verbessern. Trotzdem schadet es nicht, Gehörschutz mitzunehmen, falls es doch mal zu laut wird. (1)

Quelle: (1) Dr. phil. Petra Brüggemann, Prof. Dr. med. Birgit Mazurek: Tinnitus: 100 Fragen – 100 Antworten, Ein Ratgeber für Betroffene. Hamburg: Neuauflage 2016, Frage 85.

  • Frage der Woche Nr. 26, 26.10.2016

Dr. Ohr: Sofern keine nachgewiesenen Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Gefäßmissbildungen als Ursache für das Ohrgeräusch diagnostiziert wurden, besteht beim Saunieren kein Risiko für Patienten mit Tinnitus. Trotzdem: Ein Besuch in der Sauna führt durch die Hitze häufig zu einer verändernden Hirndurchblutung. Diese Veränderung kann auch die Wahrnehmung vorübergehend beeinflussen. Es ist also möglich, dass Ohrgeräusche nach dem Saunabesuch kurzfristig anders klingen können. Sollten die Beschwerden länger andauern, ist es ratsam, einen Arzt zu konsultieren. (1)

Quelle: (1) Dr. phil. Petra Brüggemann, Prof. Dr. med. Birgit Mazurek: Tinnitus: 100 Fragen – 100 Antworten, Ein Ratgeber für Betroffene. Hamburg: Neuauflage 2016, Frage 90.

  • Frage der Woche Nr. 25, 19.10.2016

Dr. Ohr: In einem Anamnesegespräch versucht der HNO-Arzt zunächst, gemeinsam mit dem Patienten, den Zeitpunkt zu bestimmen, an dem das Geräusch das erste Mal wahrgenommen wurde. Als Nächstes werden mögliche Ursachen abgeklärt. Je nach Ausgangslage und Befund können anschließend verschiedene Untersuchungen durchgeführt werden, mit denen die Belastung des Ohres erforscht und der Tinnitus charakterisiert werden kann. Zu diesen Tests können zum Beispiel Tonschwellenhörtests, Tests der Sinneszellfunktion, Bestimmung von Frequenz und Lautstärke des Tinnitus, Messungen des Mittelohrdrucks, Untersuchungen des Hörnerven und der Halswirbelsäure gehören.

Weiterführend können aber auch Sonographien der Halsgefäße und/oder abklärende neurologische oder radiologische Untersuchungen durchgeführt werden. (1)

Quelle: (1) Dr. phil. Petra Brüggemann, Prof. Dr. med. Birgit Mazurek: Tinnitus: 100 Fragen – 100 Antworten, Ein Ratgeber für Betroffene. Hamburg: Neuauflage 2016, Frage 34.

  • Frage der Woche Nr. 24, 12.10.2016

Dr. Ohr: Betroffene, die an einer „Phonophobie“ leiden, reagieren häufig sensibel auf spezielle Geräusche. Der Begriff „Phonophobie“ beschreibt dabei keine generelle Geräuschempfindlichkeit, sondern eine Sensibilität gegenüber Geräuscherlebnissen, die mit negativen Erfahrungen in Verbindung gebracht wurden. Menschen, die z.B. infolge eines Konzertbesuchs einen Tinnitus bekommen haben, können eine Abneigung gegenüber Konzertbesuchen entwickeln. Lehrer, die den lärmenden Schulalltag mit Stress und persönlichen Kränkungen verbinden, können mit Angst- und Vermeidungsverhalten auf Schullärm reagieren.

In solchen Fällen ist eine verhaltenstherapeutische Vorgehensweise sinnvoll, deren Ziel es ist, die entsprechende Situation nicht zu meiden, sondern sich ihr schrittweise zu stellen, um den Ängsten entgegenzuwirken. (1)

Quelle: (1) Dr. phil. Petra Brüggemann, Prof. Dr. med. Birgit Mazurek: Tinnitus: 100 Fragen – 100 Antworten, Ein Ratgeber für Betroffene. Hamburg: Neuauflage 2016, Frage 30.

  • Frage der Woche Nr. 23, 05.10.2016

Dr. Ohr: Tinnitus ist ein Symptom, das nach einem Hörsturz auftreten kann. Dieser wird durch eine Durchblutungsstörung des Innenohrs ausgelöst, bei der Hörsinneszellen geschädigt werden.

Auch ein Lärm- bzw. Knalltraumaoder über Jahre auf das Ohr einwirkende hohe Schallpegel beeinträchtigen die Funktion der Hörsinneszellen und können so zu einem Tinnitus führen. Weitere Ursachen können bakterielle oder virale Entzündungen sein, wie beispielsweise eine Mittelohrentzündung mit Innenohrbeteiligung.

Doch was passiert genau? Infolge derartiger Schädigungen der Hörsinneszellen strömen Ionen unkontrolliert in die geschädigten Zellen ein und lösen hier eine „Übererregung“ aus. Diese wiederum verursacht eine vermehrte Ausschüttung von Botenstoffen (Neurotransmitter), wodurch ständig sogenannte „Potenziale“ in der Hörbahn entstehen, die vom Gehirn als Tinnitus interpretiert werden können. (1)

Quelle: (1) Dr. phil. Petra Brüggemann, Prof. Dr. med. Birgit Mazurek: Tinnitus: 100 Fragen – 100 Antworten, Ein Ratgeber für Betroffene. Hamburg: Neuauflage 2016, Frage 16 und 17.

  • Frage der Woche Nr. 22, 28.09.2016

Dr. Ohr: Alkohol verändert schneller als man denkt die Hirndurchblutung und wirkt sich daher auf die Wahrnehmung und Verarbeitung von allen Sinnesreizen aus. Dazu gehören auch Ohrgeräusche.

Nikotin ist eine nervenaktive Substanz und ein Zellgift. Es greift in die Stoffwechselprozesse des Gehirns ein, die wiederum eine veränderte Wahrnehmung des Tinnitus bewirken können. Wichtig für alle, die schon seit vielen Jahren rauchen: Langfristig können Gefäßerkrankungen, die durch den Nikotinkonsum hervorgerufen wurden, sogar die Entstehung von neuen Ohrgeräuschen hervorrufen. (1)

Quelle: (1) Dr. phil. Petra Brüggemann, Prof. Dr. med. Birgit Mazurek: Tinnitus: 100 Fragen – 100 Antworten, Ein Ratgeber für Betroffene. Hamburg: Neuauflage 2016, Frage 93.

  • Frage der Woche Nr. 21, 22.09.2016

Dr. Ohr: Die Lärmbelastung bei der Implantation kann tatsächlich über den Knochen übertragen werden und die Hörsinneszellen schädigen. Davor können Sie sich leider nicht schützen. Bei einer akuten Verschlechterung des Tinnitus sollten Sie das bei einem HNO-Arzt abklären lassen und einen Hörtest machen, gegebenenfalls kann eine medikamentöse durchblutungsfördernde Therapie eingeleitet werden. Wichtig sind eine gute Lagerung der Halswirbelsäule und gegebenenfalls Pausen während der Vorbereitung. (1)

Quelle: (1) Dr. phil. Petra Brüggemann, Prof. Dr. med. Birgit Mazurek: Tinnitus: 100 Fragen – 100 Antworten, Ein Ratgeber für Betroffene. Hamburg: Neuauflage 2016, Frage 87.

  • Frage der Woche Nr. 20, 14.09.2016

Dr. Ohr: Zunächst einmal ist es wichtig, einen HNO-/Tinnitus-Spezialisten zu kontaktieren und sich gründlich untersuchen und beraten zu lassen.

Durch den Einsatz von körperlichen und mentalen Entspannungstechniken können häufig medikamentöse Therapien vermieden werden. Empfehlenswert sind die Progressive Muskelrelaxation nach Jacobson, autogenes Training, Yoga oder Meditations- und Atemtherapien. Suggestive Verfahren (z.B. Traumreisen), Achtsamkeitsstrategien (Körperwahrnehmungstechniken) und mentale Aufmerksamkeitsumlenkungsstrategien können ebenfalls hilfreich sein.

Erfahrungsgemäß ist die Progressive Muskelrelaxation nach Jacobson am leichtesten zu erlernen und beansprucht auch am wenigsten Zeit im Alltag. Die Entspannungsübungen sollten – besonders zu Beginn - jedoch täglich erfolgen. Zusätzlich kann eine Geräuschkulisse im Schlafzimmer (Ventilator, leise Musik, Zimmerspringbrunnen) das Einschlafen erleichtern.

Eine Entspannungsprogramm für Tinnituspatienten, bei denen das Ohrgeräusch durch Verspannungen ausgelöst oder verstärkt wurde, bietet auch die Klinik für Physikalische Medizin und Rehabilitation der Charité - Universitätsmedizin Berlin: http://www.rueckenfit-am-pc.de (1)

(1) Quelle: Dr. phil. Petra Brüggemann, Prof. Dr. med. Birgit Mazurek: Tinnitus: 100 Fragen – 100 Antworten, Ein Ratgeber für Betroffene. Hamburg: Neuauflage 2016, Frage 70, 71 und 73.

  • Frage der Woche Nr. 19, 07.09.2016

Dr. Ohr: Aspirin® bzw. der Wirkstoff Acetylsalicylsäure greift nicht nur in das Gerinnungssystem ein. Er verteilt sich auch im Innenohr und verändert die Übertragung zwischen den Innenohrhaarzellen und dem Hörnerven. Ab einer gewissen Tagesdosis (zwei Gramm) können Ohrgeräusche hervorgerufen bzw. verstärkt werden. Daher empfohlen wir Tinnituspatienten diese Dosierung nicht zu überschreiten. Prinzipiell können auch geringere Dosierungen Ohrgeräusche hervorrufen, das ist individuell unterschiedlich, dies sollte dann mit dem HNO-Arzt geklärt werden.

Alle, die ein Lärmtrauma erlitten haben, sollten auf gar keinen Fall eine Therapie mit Aspirin® beginnen. Auch bei der Einnahme anderer durchblutungsfördernder Medikamente sollte diese Patienten Vorsicht walten lassen und immer erst einen HNO-Arzt konsultieren. (1)

Quelle: (1) Dr. phil. Petra Brüggemann, Prof. Dr. med. Birgit Mazurek: Tinnitus: 100 Fragen – 100 Antworten, Ein Ratgeber für Betroffene. Hamburg: Neuauflage 2016, Frage 96.

  • Frage der Woche Nr. 18, 31.08.2016

Dr. Ohr: Koffein verändert die Hirndurchblutung und führt über veränderte Ausschüttung von Neurotransmittern (Botenstoffe im Gehirn) zu einer erhöhten Aufmerksamkeit und einem veränderten Wachheitsgrad. Die Folge kann eine insgesamt gesteigerte Wahrnehmung von Sinnesreizen sein, die auch eine Verstärkung des Tinnitus mit sich bringen kann. (1)

Quelle: (1) Dr. phil. Petra Brüggemann, Prof. Dr. med. Birgit Mazurek: Tinnitus: 100 Fragen – 100 Antworten, Ein Ratgeber für Betroffene. Hamburg: Neuauflage 2016, Frage 92.

  • Frage der Woche Nr. 17, 14.08.2016

Dr. Ohr: Als Tinnituspatient sollte man bei Besuchen auf Festivals oder in Clubs auf einen geeigneten Gehörschutz achten. Dieser sollte vom Hörgeräteakustiker angepasst sein und eine garantierte Reduktion des Schalldrucks gewährleisten, der schädlich für die Sinneszellen im Innenohr ist.

Aber auch für Musikbegeisterte ohne Tinnitus gilt: Messungen haben ergeben, dass selbst bei optimalen genetischen Voraussetzungen nach sechs Stunden pro Woche Einwirken von Schallpegeln, wie zum Beispiel in einem Club (ab 90 Dezibel), irreparable Schäden an den Sinneszellen entstehen. Auf Gehörschutz sollte deswegen jede/r achten! (1)

Quelle: (1) Dr. phil. Petra Brüggemann, Prof. Dr. med. Birgit Mazurek: Tinnitus: 100 Fragen – 100 Antworten, Ein Ratgeber für Betroffene. Hamburg: Neuauflage 2016, Frage 84.

  • Frage der Woche Nr. 16, 17.08.2016

Dr. Ohr: Ein leiser Ton im Ohr nach einem Tauchgang und weiter bestehendes Druckgefühl trotz durchgeführten Druckausgleichs können Anzeichen für ein sogenanntes Barotrauma sein. Daher sollten Sie sehr schnell einen HNO-Arzt zur genauen Untersuchung Ihrer Ohren und zum Ausschluss eines solchen Barotraumas aufsuchen. Letzteres muss eventuell behandelt werden. Bei einem Barotrauma kann das Hörvermögen unbeeinträchtigt bleiben.

Zu diesem Thema haben wir übrigens auch gerade passend zur Urlaubssaison eine Pressemitteilung veröffentlicht. Was sie neben dem Tauchen auch über das Fliegen und Tinnitus wissen sollten, können Sie hier nachlesen. (1)

Quelle: (1) Dr. phil. Petra Brüggemann, Prof. Dr. med. Birgit Mazurek: Tinnitus: 100 Fragen – 100 Antworten, Ein Ratgeber für Betroffene. Hamburg: Neuauflage 2016, Frage 11.

  • Frage der Woche Nr. 15, 10.08.2016

Dr. Ohr: Tinnitus-Patienten können ihre Konzentrationsfähigkeit durch ein spezielles Wahrnehmungs- und Hörtraining gezielt verbessern. Beim diesem Hörtraining konzentriert man sich zum Beispiel für wenige Minuten am Tag auf bestimmte Umweltgeräusche. Am besten schließt man zeitgleich die Augen, um seine Umwelt nur akustisch wahrzunehmen und darüber nachzudenken, was man genau hört und ob das angenehm klingt, oder nicht.

Man kann sich auf das Ticken einer Uhr konzentrieren, klassische Musik hören oder sich nur auf ein Instrument konzentrieren. Dabei sollte die Musik sehr leise eingestellt werden, so dass sie gerade eben noch gehört werden kann.

Durch solche Bewältigungsstrategien kann man die eigene Wahrnehmung des Tinnitus beeinflussen: Man trainiert, die Ohrgeräusche so zu verdrängen, dass es trotzdem möglich ist, sich auf andere wichtige Dinge zu konzentrieren. (1)

Quelle: (1) Dr. phil. Petra Brüggemann, Prof. Dr. med. Birgit Mazurek: Tinnitus: 100 Fragen – 100 Antworten, Ein Ratgeber für Betroffene. Hamburg: Neuauflage 2016, Frage 74, 75 und 76.

  • Frage der Woche Nr. 14, 03.08.2016

Dr. Ohr: Hyperakusis ist ein Phänomen, bei dem normal laute Umweltgeräusche besonders laut und störend wahrgenommen werden. Hierbei handelt es sich um die Unfähigkeit unserer Wahrnehmung, Wesentliches von Unwichtigem zu trennen.

Wie kann das sein? Unsere Wahrnehmung lässt es manchmal zu, dass manche Dinge, obwohl sie rein akustisch sehr leise sind, verstärkt in unser Bewusstsein vordringen. Man denke an eine Partysituation, bei der unser Name in einiger Entfernung genannt wird und den wir aus dem Stimmengewirr mühelos herausfiltern können. Andere akustisch lautere Geräusche werden hingegen von Schaltstellen im Unterbewusstsein als unwesentlich ausgeblendet oder weggefiltert, wie etwa Glockengeläut oder ein im Hintergrund hörbares, eingeschaltetes Fernsehgerät. Verlieren wir nun diese Fähigkeit unseres Wahrnehmungssystems, zu "filtern", dringt alles gleich laut in unser Bewusstsein und belästigt uns. Dieser Prozess wird begünstigt durch ein Vermeidungsverhalten, also den Wunsch, "alles nur leise" zu hören. In der Folge wird man sehr geräuschempfindlich. (1)

Übrigens: Um Hyperakusis zu behandeln, ist es wichtig, die verlorengegangene Filterfunktion wieder zu beleben. Dazu ist es ratsam, Stille zu meiden und auf Schallschutzstöpsel zu verzichten. Zusätzliches Hyperakusistraining wird empfohlen. Hier wird geübt, sich lauteren Geräuschen zu stellen. (2)

Quelle: (1) Dr. phil. Petra Brüggemann, Prof. Dr. med. Birgit Mazurek: Tinnitus: 100 Fragen – 100 Antworten, Ein Ratgeber für Betroffene. Hamburg: Neuauflage 2016, Frage 29.

Quelle: (2) Dr. phil. Petra Brüggemann, Prof. Dr. med. Birgit Mazurek: Tinnitus: 100 Fragen – 100 Antworten, Ein Ratgeber für Betroffene. Hamburg: Neuauflage 2016, Frage 31.

  • Frage der Woche Nr. 13, 27.07.2016

Dr. Ohr: Hier kommt es auf die Ursache des Tinnitus an. Sind die Trommelfelle intakt und bestehen weder Probleme mit dem Druckausgleich des Mittelohrs noch eine erhöhte Infektbereitschaft, so ist gegen Schwimmen nichts einzuwenden. Hinsichtlich der Haltung der Halswirbelsäule ist insbesondere Rückenschwimmen dem Brustschwimmen vorzuziehen. (1)

(1) Quelle: Dr. phil. Petra Brüggemann, Prof. Dr. med. Birgit Mazurek: Tinnitus: 100 Fragen – 100 Antworten, Ein Ratgeber für Betroffene. Hamburg: Neuauflage 2016, Frage 91.

  • Frage der Woche 12, 20.07.2016:

Dr. Ohr: Mit hoher Wahrscheinlichkeit haben Sie bei der Landung ein Drucktrauma (Barotrauma) erlitten. Ein leichter Innenohrschaden ist dabei möglicherweise zurückgeblieben. In der Regel ist aber die Prognose besonders bei jungen Leuten sehr gut. Zur Sicherheit, dass so etwas nicht wieder passiert, können Sie vor Beginn des nächsten Fluges und vor Reduzierung der Flughöhe ein abschwellendes Nasenspray anwenden und so das Mittelohr belüften. (1)

Übrigens: Ohrenschmerzen werden beim Fliegen in der Regel von Druckveränderungen ausgelöst. Je höher der Flieger steigt, desto niedriger wird der Luftdruck. Durch diese Veränderung entsteht Überdruck im Mittelohr, den wir meistens als unangenehmes "Knacksen" wahrnehmen. Vor allem während des Starts und der Landung hilft es deswegen, diesen Druck durch Gähnen oder Kaugummikauen auszugleichen. Sonst hilft es auch, sich die Nase zuzuhalten und bei geschlossenem Mund auszuatmen, da so Luft aus dem Mittelohr freigesetzt werden kann. Wenn nach einem Flug über einen längeren Zeitraum Probleme auftreten, sollte ein HNO-Arzt aufgesucht werden. (2)

Quelle: (1) Dr. phil. Petra Brüggemann, Prof. Dr. med. Birgit Mazurek: Tinnitus: 100 Fragen – 100 Antworten, Ein Ratgeber für Betroffene. Hamburg: Neuauflage 2016, Frage 28.

Quelle: (2) De Padova, Thomas: Warum entsteht beim Fliegen Druck aufs Ohr?. Tagespiegel. 25. Mai. 2005.

  • Frage der Woche Nr. 11, 13.07.2016:

Dr. Ohr: Anscheinend haben Sie den ersten Grad eines Lärmtraumas erlitten. In der Regel verschwinden die Geräusche wieder nach einer Erholungsphase von zwei Stunden. In diesem Fall handelt es sich um eine temporäre Schwellenabweichung, die auftritt, wenn man längere Zeit einem Lärmpegel von über 70–75 Dezibel (A) ausgesetzt ist. Sie ist wahrscheinlich Ausdruck einer vorübergehenden Entkopplung der Sinneshaare (Stereozilien) von der Tektorialmembran im Cortiorgan. Die Tektorialmembran ist eine Deckmembran, die normalerweise auf den Haaren der äußeren Haarzellen aufliegt und diese durch eine Scherbewegung auslenkt. Bei fortwährendem oder häufigem Einwirken von hohen Schalldrücken kann es zu einem permanenten Absinken der Hörschwelle kommen (permanente Schwellenabweichung), die einer irreversiblen Schädigung der Hörsinneszellen entspricht und Schwerhörigkeit bedingt.

In jedem Falle ist es jedoch ratsam, einen HNO-Arzt aufzusuchen, um das Gehör auf Hörschäden überprüfen und gegebenenfalls rechtzeitig eine Therapie einleiten zu lassen.

Beim nächsten Clubbesuch sollten Sie die Nähe der Lautsprecher meiden und öfter das Lokal verlassen, gegebenenfalls auch die Diskothek nur mit geeignetem Gehörschutz betreten. (1)

Quelle: (1) Dr. phil. Petra Brüggemann, Prof. Dr. med. Birgit Mazurek: Tinnitus: 100 Fragen – 100 Antworten, Ein Ratgeber für Betroffene. Hamburg: Neuauflage 2016, Frage 27.

  • Frage der Woche Nr. 10, 06.07.2016:

Dr. Ohr: Das Auftreten von Ohrgeräuschen lässt sich in der Tat in manchen Familien mit angeborenen oder genetisch bedingten Hörstörungen gehäuft beobachten. Tatsächlich ist die Fähigkeit, mehr oder minder funktionsfähige und für die Funktion des Hör- vorgangs notwendige Eiweiße zu bilden, genetisch vorbestimmt. Die Unfähigkeit, entsprechende Einweiße in einer ausreichend stabilen Form zu produzieren, kann vorkommen. Sie kann aber auch im Rahmen einer sogenannten Spontanmutation nur bei einer Person ausgeprägt sein, ohne dass andere Familienmitglieder betroffen sind.

Zum Thema Vererbung von Tinnitus läuft übrigens derzeit auch ein Forschungsprojekt am Tinnituszentrum der Charité, unterstützt von unserer Stiftung: Multi-case Familien mit Tinnitus. Identifikation, Auswahl und genetische Analysen zu einem besseren Verständnis der Ursprünge von Tinnitus (Beginn 2015). Mehr Informationen zu unseren Forschungsprojekten finden Sie hier. (1)

Quelle: (1) Dr. phil. Petra Brüggemann, Prof. Dr. med. Birgit Mazurek: Tinnitus: 100 Fragen – 100 Antworten, Ein Ratgeber für Betroffene. Hamburg: Neuauflage 2016, Frage 23.

  • Frage der Woche Nr. 9, 22.06.2016:

Dr. Ohr: Zecken können Borrelien übertragen. Das sind Mikroorganismen, die beim Menschen zunächst harmlose Symptome verursachen. Werden sie nicht rechtzeitig abgetötet oder wird die Infektion nicht erkannt, können chronische Nervenschäden bleiben. Dazu gehören auch Schädigungen der Hirnnerven, die sich u. a. als Tinnitus und Hörstörungen bemerkbar machen. (1)

Übrigens: „Die in Deutschland am häufigsten vorkommende Schildzecke lebt im Freien, vorzugsweise an Waldrändern, in Gärten, an Lichtungen oder an Bächen. Aber auch Stadtparks sind zeckengefährdete Gebiete. Die kleinen Spinnentiere bewegen sich am Boden, im hohen Gras oder in Büschen und im Unterholz. Entdeckt man eine saugende Zecke in der Haut, sollte man schnell reagieren. Einen begonnenen Waldspaziergang müssen Sie wegen eines Zeckenstichs zwar nicht sofort abbrechen – doch allzu lange sollte mit der Entfernung der Zecke nicht gewartet werden. Denn je länger der Saugvorgang anhält, desto wahrscheinlicher ist eine Übertragung von Krankheitserregern. Deshalb sollten Spaziergänger ein Werkzeug zur Entfernung von Zecken mit sich führen – so ist eine schnelle Entfernung vor Ort möglich.“ (Quelle: zecken.de; Infoportal).

(1) Quelle: Dr. phil. Petra Brüggemann, Prof. Dr. med. Birgit Mazurek: Tinnitus: 100 Fragen – 100 Antworten, Ein Ratgeber für Betroffene. Hamburg: Neuauflage 2016, Frage 14.

  • Frage der Woche Nr. 8, 15.06.2016:

Dr. Ohr: Nach einer Mittelohrentzündung ist ein Tinnitus eine seltene, aber mögliche Folgeerscheinung. Das kann an Schädigungen der Hörsinneszellen infolge des vorübergehenden Unterdrucks, an in das Innenohr eindringenden bakteriellen Giftstoffen oder auch an der Einwirkung Nerven- und Sinnesgewebe angreifender Viren liegen. In jedem Fall sollten Sie sich von einem HNO-Arzt behandeln lassen.

Übrigens kann zum Beispiel auch eine chronische Nasennebenhöhlenentzündung ein Ohrgeräusch bedingen. Durch die begleitende Schwellung der Nasenschleimhäute kann eine Rubenfunktionsstörung entstehen. Durch diese wiederum kann ein Tinnitus entstehen. (1)

Quelle: (1) Dr. phil. Petra Brüggemann, Prof. Dr. med. Birgit Mazurek: Tinnitus: 100 Fragen – 100 Antworten, Ein Ratgeber für Betroffene. Hamburg: Neuauflage 2016, Fragen 7 und 10.

  • Frage der Woche Nr. 7, 08.06.2016:

Dr. Ohr: Es gibt einen objektiven und einen subjektiven Tinnitus. Der objektive Tinnitus wird sowohl vom Untersucher als auch vom Patienten wahrgenommen und kann beispielsweise durch gefäßbedingte Strömungsgeräusche oder vermehrte Kontraktionen der Mittelohr- oder Gaumenmuskulatur ausgelöst sein; unter ihm leiden circa fünf Prozent der an Tinnitus Erkrankten. Davon abzugrenzen ist der subjektive Tinnitus, der ausschließlich vom Patienten selbst wahrgenommen wird. Einige Autoren unterscheiden nach dem Entstehungsort des Ohrgeräusches noch den zentralen (Hirn) und peripheren Tinnitus (Innenohr). Es ist aber davon auszugehen, dass bei Tinnitus unabhängig von der Entstehungsart immer die gesamte Hörbahn und verschiedene Hirnregionen beteiligt sind.

Subjektiver Tinnitus macht über 90 Prozent aller Tinnitusbeschwerden aus und ist rein audiometrisch nicht messbar. In Zusammenarbeit mit einem erfahrenen Audiometristen kann aber das Ohrgeräusch zusammen mit dem Patienten auf fünf Dezibel (dB) genau reproduzierbar ermittelt werden. (1)

Quelle: (1) Dr. phil. Petra Brüggemann, Prof. Dr. med. Birgit Mazurek: Tinnitus: 100 Fragen – 100 Antworten, Ein Ratgeber für Betroffene. Hamburg: Neuauflage 2016, Frage 3 und 8.

  • Frage der Woche Nr. 6, 01.06.2016:

Dr. Ohr: Auch beim Hörvorgang wird Zellenergie benötigt, die aus der Nahrung aufgenommen wird. Nur wer sich gesund, ausgewogen und abwechslungsreich ernährt, kann seinen Körper mit ausreichend Vitaminen, Mineralstoffen und Co. versorgen – und langfristig so auch für gesundes Hören sorgen. (1)

Übrigens kann der Botenstoff Glutamat, der eine Rolle bei chronischen Ohrgeräuschen spielt, durch Magnesium gehemmt werden. Nach vorheriger Konsultation eines Arztes und für begrenzte Zeit kann die Einnahme eine (wenn auch geringe) positive Wirkung auf ein Ohrgeräusch haben. (2)

Quelle: (1) Tinnituszentrum der Charité, 2013, Informationen zur ganzheitlichen Prävention von Tinnitus.

Quelle: (2) Dr. phil. Petra Brüggemann, Prof. Dr. med. Birgit Mazurek: Tinnitus: 100 Fragen – 100 Antworten, Ein Ratgeber für Betroffene. Hamburg: Neuauflage 2016, Frage 54.

  • Frage der Woche Nr. 5, 25.05.2016:

Dr. Ohr: Wer unter Tinnitus leidet, kann durch Sport zu einer stabileren Psyche finden. Während sportlicher Betätigungen werden Endorphine ausgeschüttet. Diese wirken stimmungsaufhellend, steigern das allgemeine Wohlbefinden und erzielen auch auf den übrigen Körper positive Auswirkungen. (1)

Krankengymnastik und manuelle Therapieformen etwa sind auch Teil der multimodalen Therapie. Denn oftmals spielen auch Verspannungen und daraus resultierende Schmerzpunkte eine Rolle bei der Entstehung oder Verfestigung eines Ohrgeräuschs. Wer diese Punkte für sich identifiziert, hat gute Chancen, durch manuelle Therapie und gezielte Übungen eine Linderung zu bewirken.

Quelle: (1) Tinnituszentrum der Charité, 2013, Informationen zur ganzheitlichen Prävention von Tinnitus.

  • Frage der Woche Nr. 4, 18.05.2016:

Dr. Ohr: Auch Menschen, die schwerhörig oder gar taub sind, können einen Tinnitus bekommen. Denn ein Tinnitus entsteht nicht direkt im Ohr, sondern vor allem durch die falsche Verarbeitung von akustischen Signalen im Gehirn. Bei älteren Patienten, die bereits schlechter hören, kommt der Ton im Ohr sogar relativ häufig vor: Zwei von drei älteren Patienten, die unter Schwerhörigkeit leiden, haben zusätzlich ein Hörgeräusch. (1)

Wussten Sie, dass schlechtes Hören im Alter auch einen Einfluss auf Demenz-Erkrankungen haben kann? Während eines Vortrags im Rahmen der Stiftungswoche in Berlin hat Dr. Petra Brüggemann, stellvertretende Leiterin des Tinnituszentrums der Charité, dazu Stellung bezogen. Fazit: Schlechtes Hören im Alter kann sich negativ auf das kognitive Verhalten auswirken. Wer jedoch früh anfängt, das Gehör beispielsweise durch das Tragen von Hörgeräten wieder zu verbessern, kann diesem Einfluss positiv entgegenwirken. Mehr zu Frau Dr. Brüggemanns Vortrag finden Sie hier.

Quelle: (1) Interview mit Prof. Dr. Birgit Mazurek, Senioren Ratgeber der Apotheken Umschau, 2012.

  • Frage der Woche Nr. 3, 11.05.2016:

Dr. Ohr: Tinnitus ist primär keine Krankheit des Ohres, sondern eine Fehlverarbeitung von akustischen Signalen im Gehirn. Ziel jeder Behandlung muss es deshalb sein, das akustische System auf die normale Wahrnehmung zurückzuführen. (1)

Und das kann man trainieren. Teil der multimodalen Therapieform sind Trainings, in denen die PatientInnen lernen, wie man sich beispielsweise auf andere Geräusche konzentrieren kann, um den Tinnitus auszublenden. Außerdem muss jede/r Betroffene für sich selbst herausfinden, welche Geräusche und Reize angenehm und welche eher unangenehm sind bzw. den Tinnitus vielleicht sogar noch verstärken. Eine Tinnitus-Therapie kann deshalb nur dann erfolgreich sein, wenn PatientInnen bereit sind, ihre Lebensgewohnheiten zu verändern, um unangenehme Reize des Alltags und Stresssituationen künftig zu vermeiden.

Quelle: (1) Tinnituszentrum der Charité 2016, Patienteninformation tinnituszentrum.charite.de/patienten/patienteninformation/

  • Frage der Woche Nr. 2, 04.05.2016:

Dr. Ohr: Für Menschen, die stark unter ihrem Tinnitus leiden und keine weiteren Hörbeeinträchtigungen haben, kann ein Rauschgerät hilfreich sein: Am Ohr getragen sorgt dieser „Noiser“ mit einem leisen Rauschen für Ablenkung. (1)

Noiser können im Rahmen einer Tinnitus-Retraining-Therapie auch als Teil der sogenannten multimodalen Behandlungsmethode eingesetzt werden. Diese umfasst Methoden und Übungen aus unterschiedlichen medizinischen Bereichen und wird individuell auf Tinnitus-Betroffene zugeschnitten.

Der ganzheitliche Ansatz ist die modernste Form der Tinnitus-Behandlung.

Quelle: (1) Interview mit Prof. Dr. Birgit Mazurek, Senioren Ratgeber der Apotheken Umschau, 2012.

  • Frage der Woche Nr. 1, 27.04.2016:

Dr. Ohr: Verspannungen der Halswirbelsäule, Funktionsstörungen des Kiefergelenks, psychischer Stress und lebensverändernde Umstände zählen zu Faktoren, die zu einer Verstärkung von Ohrgeräuschen führen können. (1)

Die Klinik für Physikalische Medizin und Rehabilitation der Charité - Universitätsmedizin Berlin hat in Zusammenarbeit mit der Zentraleinrichtung für Hochschulsport an der Humboldt-Universität zu Berlin ein interaktives Trainingsprogramm entwickelt, um arbeitsplatzbedingte Schulter-Nacken-Beschwerden zu lindern bzw. diesen vorzubeugen.
Dr. Anett Reißhauer, Oberärztin und Leiterin des Arbeitsbereichs „Physikalische Medizin und Rehabilitation“ an der Charité, ist eine der Herausgeberinnen. Sie arbeitet ebenfalls mit den Patienten des Tinnituszentrums zusammen und empfiehlt das Programm auch denjenigen unter ihnen, bei denen das Ohrgeräusch durch Verspannungen ausgelöst oder verstärkt wurde. Die Software enthält Anleitungen und Videos zu den einzelnen Übungen sowie ein interaktives Trainingsprogramm für die Arbeit am PC. Nach der Installation läuft es im Hintergrund und animiert in regelmäßigen Abständen zur richtigen Gymnastik am PC-Arbeitsplatz. Mehr Informationen gibt es hier.

Quelle: (1) Dr. phil. Petra Brüggemann, Prof. Dr. med. Birgit Mazurek: Tinnitus: 100 Fragen – 100 Antworten, Ein Ratgeber für Betroffene. Hamburg: Neuauflage 2016, Frage 46.

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ARCHIV zur "Info der Woche" (bis April 2016)

  • Info der Woche 14, 06.04.2016:

"Der chronische Tinnitus entsteht durch einen Lernprozess der Hörbahn. Das Ohrgeräusch wird nach ausreichend langer Einwirkung auf die verarbeitenden Hirnareale als Muster abgespeichert. Danach ist es gleich, ob der ursprüngliche Auslöser geheilt wird oder nicht."

Quelle: Dr. med. J. Sandmann, Dr. med. M. Khan, Prof. Dr. med. H. Scherer, Prof. Dr. med. Birgit Mazurek: Tinnitus: 100 Fragen – 100 Antworten, Ein Ratgeber für Betroffene. Hamburg 2007, Frage 20.

  • Info der Woche 13, 30.03.2016:

"Langfristig können durch Nikotinkonsum hervorgerufene Gefäßerkrankungen auch auf die Entstehung neuer Ohrgeräusche wirken."

Quelle: Dr. med. J. Sandmann, Dr. med. M. Khan, Prof. Dr. med. H. Scherer, Prof. Dr. med. Birgit Mazurek: Tinnitus: 100 Fragen – 100 Antworten, Ein Ratgeber für Betroffene. Hamburg 2007, Frage 89.

  • Info der Woche 12, 23.03.2016:

"Von vielen Patienten wird Akupunktur als lindernd beschrieben, obwohl hier hinsichtlich der Wirksamkeit bei Tinnitus bisher keine wissenschaftlich gesicherten Daten vorliegen. Positiv wirkt dabei insbesondere das Lösen von Verspannungen. "

Quelle: Dr. med. J. Sandmann, Dr. med. M. Khan, Prof. Dr. med. H. Scherer, Prof. Dr. med. Birgit Mazurek: Tinnitus: 100 Fragen – 100 Antworten, Ein Ratgeber für Betroffene. Hamburg 2007, Frage 90.

  • Info der Woche 11, 16.03.2016:

"Schlafstörungen bei Tinnitus sind nicht selten. Eine Geräuschkulisse im Schlafzimmer (Ventilator, leise Musik, Zimmerspringbrunnen) kann das Einschlafen erleichtern."

Quelle: Dr. med. J. Sandmann, Dr. med. M. Khan, Prof. Dr. med. H. Scherer, Prof. Dr. med. Birgit Mazurek: Tinnitus: 100 Fragen – 100 Antworten, Ein Ratgeber für Betroffene. Hamburg 2007, Frage 68.

  • Info der Woche 10, 09.03.2016:

"Von wesentlicher Bedeutung für die Entstehung eines Tinnitus sind Schädigungen der Haarzellen im Innenohr oder Störungen des Signaltransfers im Synapsenbereich. Denn durch diese wird ein falscher Input an das zentrale auditorische System geleitet."

Quelle: Buth, Britta. 2012 Introvision als Coachingmethode für Tinnitusbetroffene. Springer VS. S. 22.

  • Info der Woche 09, 02.03.2016:

"Messungen haben ergeben, dass selbst bei optimalen genetischen Voraussetzungen schon nach sechs Stunden Einwirken von Schallpegeln, wie etwa in einem Club (90 Dezibel), irreparable Schäden an den Sinneszellen entstehen. "

Quelle: Dr. med. J. Sandmann, Dr. med. M. Khan, Prof. Dr. med. H. Scherer, Prof. Dr. med. Birgit Mazurek: Tinnitus: 100 Fragen – 100 Antworten, Ein Ratgeber für Betroffene. Hamburg 2007, Frage 22.

  • Info der Woche 8, 24.02.2016:

"Die Fähigkeit mit einem Tinnitus umzugehen, ist auch von der Stabilität der Persönlichkeit, von der individuellen Stressakzeptanz und von dem Verhältnis zwischen Eustress und Distress (positive bzw. negative Wirkung von Stress) abhängig."

Quelle: Dr. med. J. Sandmann, Dr. med. M. Khan, Prof. Dr. med. H. Scherer, Prof. Dr. med. Birgit Mazurek: Tinnitus: 100 Fragen – 100 Antworten, Ein Ratgeber für Betroffene. Hamburg 2007, Frage 22.

  • Info der Woche 7, 17.02.2016:

"Entspannungsverfahren wie Yoga oder Tai-Chi, Meditation ohne akustische Ablenkung und Ausdauersport tragen zur Beruhigung des Hirnstammes und damit einer Verringerung der Stressbelastung bei. Sie können so helfen, den Tinnitus weniger wahrzunehmen."

Quelle: Biesinger, E. / Iro, H. 2005. „HNO Praxis heute – Tinnitus.“ No. 25. Springer-Verlag. S. 58.

  • Info der Woche 6, 10.02.2016:

"Ähnlichkeiten zwischen chronischem Schmerz und chronischem Tinnitus wurden auf verschiedenen Ebenen festgestellt: Beides sind subjektive Phänomene, die durch eine periphere Schädigung ausgelöst werden und in der Folge zu zentralen Veränderungen führen können. "

Quelle: Biesinger, E. / Iro, H. 2005. „HNO Praxis heute – Tinnitus.“ No. 25. Springer-Verlag. S. 2.

  • Info der Woche 5, 03.02.2016:

"Kopfhörer, die direkt im Ohr stecken, geben den Schall unmittelbar in den Hörkanal und damit nahe an die empfindlichen Haarzellen im Innenohr. Werden diese Haarzellen durch große Lautstärke überfordert, kann ein Tinnitus entstehen."

Quelle: Dignös, Eva (2015): "Weghören lernen" - Ein Interview mit Prof. Dr. Birgit Mazurek und Prof. Gerhard Goebel mit der DPA. Erschienen in: Weser Kurier, 30.03.2015.

  • Info der Woche 4, 27.01.2016:

"Auch Zahn- und Kieferprobleme können zum Tinnitus führen oder ihn verstärken. Besonders Probleme wie nächtliches Zähneknirschen stehen im Verdacht, sich negativ auf Tinnitus auszuwirken. Hier kann der Zahnarzt unter Umständen mit einer nachts zu tragenden Beißschiene oder anderen Maßnahmen helfen."

Quelle: Callies, Frank E. 2004. „Der Tinnitus Helfer. Retraining Therapie: Die neue Form der Selbsthilfe.“ Humboldt-Verlag. S. 22.

  • Info der Woche 3, 20.01.2016:

"Durch Durchblutungsstörungen, akustische und andere Traumata, Medikamente, toxische Substanzen, Stoffwechselstörungen oder Entzündungen können Schäden am Innenohr entstehen, die Tinnitus auslösen."

Quelle: Biesinger, E., C. Heiden, V. Greime, T. Lendle, R.Höing, K. Albegger (1998): Strategien in der abulanten Behandlung des Tinnitus. In: HNO Praxis Tinnitus. Februar 1998, 46. Ausgabe 2. Springer. S. 157-169.

  • Info der Woche 2, 13.01.2016:

"Nach dem ersten Auftreten eines Tinnitus findet zumeist eine erste Bewertung der entstandenen Situation statt. Der Tinnitus wird als bedrohlich eingestuft und manifestiert sich dadurch zunehmend. In diesem Moment wird der Tinnitus zu einem Stressor, der weitere Störungen nach sich zieht. "

Quelle: Buth, Britta. 2012 Introvision als Coachingmethode für Tinnitusbetroffene. Springer VS. S. 67.

  • Info der Woche 1, 06.01.2016:

"Das Ohrgeräusch kann auch auf der nicht betroffenen Seite empfunden werden, ohne dass sich dort eine neue Hörschädigung eingestellt haben muss. Dafür ist die sofortige Weiterleitung der Hörinformationen auf die jeweils andere Seite verantwortlich, die Grundlage für beidseitiges Hören ist. "

Quelle: Schaaf, Helmut. 2012. „Morbus Menière.“ 7. Auflage. Springer Verlag. S. 50.

  • Info der Woche 40, 30.12.2015: 

"In den meisten Fällen finden sich die Ursachen für Tinnitus im Innenohr. Dabei gibt die Frequenz schon einen Hinweis auf den genauen Ort des Geschehens: So finden sich bei Lärmschäden, die den Hochtonbereich betreffen, meist auch hochfrequente Geräusche, bei Problemen mit der Innenohrflüssigkeit überwiegend tieftönige."

Quelle: Schaaf, Helmut. 2012. „Morbus Menière.“ 7. Auflage. Springer Verlag. S. 49.

  • Info der Woche 40, 23.12.2015: 

"Tinnitus has several comorbidities, particularly anxiety, depression, and dysfunction of the temporomandibular joint. Decreased sound tolerance (hyperacusis) is also a common accompanying symptom."

Quelle: Baguley, David et al. « Tinnitus » Lancet 2013 ; 382. p. 1601.

  • Info der Woche 39, 16.12.2015: 

"Die Wahrscheinlichkeit der Entwicklung eines Tinnitus bei sehr gestressten Personen [ist] genauso hoch, wie bei Personen, die beruflichem Lärm ausgesetzt sind. Menschen, die beidem ausgesetzt sind, bekommen mit einer verdoppelten Wahrscheinlichkeit einen Tinnitus."

Quelle: Mazurek, B., Haupt, H., Olze, H., & Szczepek, A. J. (2012). Stress and tinnitus—from bedside to bench and back. Frontiers in systems neuroscience, S. 5.

  • Info der Woche 38, 09.12.2015: 

"Ein Großteil der Tinnituspatienten leidet unter einer extremen Geräuschempfindlichkeit. Eine Hyperakusis kann einseitig oder auch beidseitig auftreten. Gleichzeitig kann mit ihr auch eine stärkere Licht- und Schmerzempfindlichkeit einhergehen."

Quelle: Buth, Britta. 2012. Introvision als Coachingmethode. Eine empirische Studie. Wiesbaden: VS-Verlag für Sozialwissenschaften. S. 21.

  • Info der Woche 37, 02.12.2015: 

"Negative emotionale Assoziationen können zur Aufmerksamkeitsfokussierung auf das Ohrgeräusch führen."

Quelle: Mazurek, Birgit. 2010. Bedeutung von Stress. Seine Rolle im auditorischen System und bei der Tinnitusentstehung. HNO 2010, 58. S. 171.

  • Info der Woche 36, 25.11.2015: 

"In selteneren Fällen wird ein Tinnitus durch langjährige Lärmbelastung in Beruf oder Freizeit ausgelöst. Dennoch wird mittlerweile auch davon ausgegangen, dass Freizeitaktivitäten, die mit hoher Lärmbelastung einhergehen, einen Tinnitus ursächlich bewirken können."

Quelle: Buth, Britta. 2012. Introvision als Coachingmethode. Eine empirische Studie. Wiesbaden: VS-Verlag für Sozialwissenschaften. S. 23.

  • Info der Woche 35, 18.11.2015: 

"Bei einem Knalltrauma findet eine Degeneration der Haarzellen im Ohr statt. Zusätzlich zu einem Ohrgeräusch bleibt auf dem betroffenen Ohr häufig eine Hörminderung bestehen. "

Quelle: Buth, Britta. 2012. Introvision als Coachingmethode. Eine empirische Studie. Wiesbaden: VS-Verlag für Sozialwissenschaften. S. 23.

  • Info der Woche 34, 11.11.2015: 

"Aufgrund der Diskrepanz zwischen der Wahrnehmung eines akustischen Ereignisses und dem Fehlen eines realen externen Geräusches kommt es bei einem Tinnitus zumeist zu Beunruhigung und verstärkter Erregung. "

Quelle: Buth, Britta. 2012. Introvision als Coachingmethode. Eine empirische Studie. Wiesbaden: VS-Verlag für Sozialwissenschaften. S. 22.

  • Info der Woche 33, 04.11.2015: 

"Die emotionale Belastung steht bei der Diagnose und Behandlung des dekompensierten chronischen Tinnitus im Vordergrund, da 70% der Betroffenen emotionale Probleme angeben und sich 93% in ihrem Leben beeinträchtigt fühlen."

Quelle: Buth, Britta. 2012. Introvision als Coachingmethode. Eine empirische Studie. Wiesbaden: VS-Verlag für Sozialwissenschaften. S. 21.

  • Info der Woche 32, 28.10.2015: 

"Die Erkenntnisse der Stressforschung machen deutlich, dass die Behandlung von Tinnitus auch den Einsatz von stressreduzierenden Verfahren und die Optimierung von Stressbewältigungsmechanismen umfassen sollte."

Quelle: Mazurek, Birgit. 2010. Bedeutung von Stress. Seine Rolle im auditorischen System und bei der Tinnitusentstehung. HNO 2010, 58. S. 172.

 

  • Info der Woche 31, 21.10.2015: 

"In vielen Fällen wird ein Tinnitus von einer Hörminderung begleitet, die eine Reduzierung des Sprachverständnisses beinhalten kann, sich aber auch in Problemen beim Fernsehen oder Radiohören äußert. "

Quelle: Buth, Britta. 2012. Introvision als Coachingmethode. Eine empirische Studie. Wiesbaden: VS-Verlag für Sozialwissenschaften. S. 20.

  • Info der Woche 30, 14.10.2015: 

"Das Innenohr besteht aus 3 flüssigkeitsgefüllten Räumen über die der eingehende Schall transportiert wird. Durch die Bewegung der Flüssigkeit erfolgt die Erregung oder Hemmung der Haarzellen im eigentlichen Hörorgan, dem Corti-Organ. Tinnitus beruht in etwa 80 % der Fälle auf Hörstörungen, die in der Regel auf Fehlfunktionen der Haarzellen des Innenohres zurückzuführen sind. "

Quelle: Antwort von Ärztinnen des Tinnituszentrums der Berliner Charité auf eine User-Frage bei Facebook.

  • Info der Woche 29, 07.10.2015: 

"Ein Großteil der Tinnituspatienten leidet auch unter einer Hyperakusis, einer extremen Geräuschempfindlichkeit. Geräusche werden schon bei geringer Intensität als unangenehm, im schlimmsten Fall sogar als schmerzhaft wahrgenommen. "

Quelle: Buth, Britta. 2012. Introvision als Coachingmethode. Eine empirische Studie. Wiesbaden: VS-Verlag für Sozialwissenschaften. S. 21.

  • Info der Woche 28, 23.09.2015: 

"Die Bezeichnung Tinnitus leitet sich aus dem Lateinischen „tinnire“ ab, das mit „klingen“ übersetzt werden kann. "

Quelle: Buth, Britta. 2012. Introvision als Coachingmethode. Eine empirische Studie. Wiesbaden: VS-Verlag für Sozialwissenschaften. S. 13.

  • Info der Woche 27, 16.09.2015: 

"Der prozentuale Anteil der von Tinnitus Betroffenen wird zukünftig weiter zunehmen. Vor allem, weil der Anteil älterer Personen an der Gesamtbevölkerung deutlich ansteigen wird und die Prävalenz des Tinnitus mit steigendem Alter zunimmt. "

Quelle: Buth, Britta. 2012. Introvision als Coachingmethode. Eine empirische Studie. Wiesbaden: VS-Verlag für Sozialwissenschaften. S. 18

  • Info der Woche 26, 09.09.2015: 

"Durch die Musiktherapie kann sich der Hörcortex eventuell wieder umformen und sich der Tinnitus dadurch wieder zurückbilden. Musik hat außerdem einen positiven Einfluss auf die Menschen. "

Quelle: NDR Visite, 24.02.2015, Interview mit Frau Dr. Brüggemann (Tinnituszentrum Charité)

  • Info der Woche 25, 02.09.2015: 

"Entgegen weit verbreiteter Vorurteile würde eine vernünftige Musikpegelbegrenzung von der Jugend weitgehend akzeptiert. "

Quelle: Zenner, H. P., Struwe, V., Schuschke, G., Spreng, M., Stange, G., Plath, P., ... & Lehnert, G. (1999). Gehörschäden durch Freizeitlärm. Hno, 47(4), S.247.

  • Info der Woche 24, 26.08.2015: 

"Es ist bewiesen, dass Tinnitus Stress hervorruft. Die Tinnitus-Forschung arbeitet jetzt an der Frage, ob Stress Tinnitus hervorruft. Studien zeigen bereits, dass viele Tinnituspatienten psycho-soziale Leiden vor oder während des Einsetzens von Tinnitus haben."

Quelle: Mazurek, B., Haupt, H., Olze, H., & Szczepek, A. J. (2012). Stress and tinnitus—from bedside to bench and back. Frontiers in systems neuroscience, S. 5.

  • Info der Woche 23, 19.08.2015: 

"Die Gefahr einer Gehörschädigung ist in direkter Lautsprechernähe am höchsten, bei Entfernungsverdopplung nimmt der Schallpegel um durchschnittlich 3-6 Dezibel ab."

Quelle: Plontke, S.; Zenner, H.P. (2004): Aktuelle Gesichtspunkte zu Hörschäden durch Berufs- und Freizeitlärm. In: Laryngo-Rhino-Otol 83, S.132.


  • Info der Woche 22, 12.08.2015: 

"Die Folgen von Tinnitus können von Schlafstörung und Kopfschmerz, über Verlust der Konzentrationsfähigkeit bis hin zu Angst und einer Selbstwertkrise reichen. "

Quelle: Plontke, S.; Zenner, H.P. (2004): Aktuelle Gesichtspunkte zu Hörschäden durch Berufs- und Freizeitlärm. In: Laryngo-Rhino-Otol 83, S. 122-164.

  • Info der Woche 21, 05.08.2015: 

"Wenn man für 2 Stunden Musik auf einer mittleren Lautstärke von 85 Dezibel hört, führt das im Mittel zu einem temporären Hörverlust von 8 Dezibel."

Quelle: Zenner, H. P., Struwe, V., Schuschke, G., Spreng, M., Stange, G., Plath, P., ... & Lehnert, G. (1999). Gehörschäden durch Freizeitlärm. Hno, 47(4), S. 243.

  • Info der Woche 20, 29.07.2015: 

"Kinderspielzeuge wie zum Beispiel Spielzeugwaffen, Trompeten, Trillerpfeifen oder Knallfrösche können eine Lautstärke von bis zu 130 Dezibel erreichen."

Quelle: Zenner, H. P., Struwe, V., Schuschke, G., Spreng, M., Stange, G., Plath, P., ... & Lehnert, G. (1999). Gehörschäden durch Freizeitlärm. Hno, 47(4), S. 239.

  • Info der Woche 19, 22.07.2015: 

"Die selbst gewählten Musikschallpegel bei Kopfhörerbeschallung liegen im Mittel 6 Dezibel höher als bei Lautsprecher-beschallung."

Quelle: Zenner, H. P., Struwe, V., Schuschke, G., Spreng, M., Stange, G., Plath, P., ... & Lehnert, G. (1999). Gehörschäden durch Freizeitlärm. Hno, 47(4), S.241

  • Info der Woche 18, 15.07.2015: 

"Aufgrund der hohen Zahl der Betroffenen stellen Gehörschäden durch Lärm ein ernsthaftes Problem der Volksgesundheit dar."

Quelle: Plontke, S.; Zenner, H.P. (2004): Aktuelle Gesichtspunkte zu Hörschäden durch Berufs- und Freizeitlärm. In: Laryngo-Rhino-Otol 83, S. 124.

  • Info der Woche 17, 08.07.2015: 

"Eine Risikoabschätzung auf Basis der durchschnittlichen Musikhörgewohnheiten von Jugendlichen ergab, dass nach 10 Jahren bei circa 10 % der Jugendlichen irreversible beidseitige Hörverluste von mindestens 10 dB zu erwarten sind."

Quelle: Zenner, H. P., Struwe, V., Schuschke, G., Spreng, M., Stange, G., Plath, P., ... & Lehnert, G. (1999). Gehörschäden durch Freizeitlärm. Hno, 47(4), S. 236.

  • Info der Woche 16, 01.07.2015: 

"Belastungen der Halswirbelsäule wirken oft verstärkend auf den schon bestehenden Tinnitus. Dies ist insbesondere der Fall, wenn der Kopf in unbequemer Haltung verharrt, wie zum Beispiel beim Einnicken vor dem Fernsehgerät."

Quelle: Dr. med. J. Sandmann, Dr. med. M. Khan, Prof. Dr. med. H. Scherer, Prof. Dr. med. Birgit Mazurek: Tinnitus: 100 Fragen – 100 Antworten, Ein Ratgeber für Betroffene. Hamburg 2007, Frage 79.

  • Info der Woche 15, 24.06.2015: 

"Bei der apparativen Tinnitus-Therapie wird die Hörbahn mit zusätzlichen Reizen stimuliert, die Filterfunktion des Bewusstseins kann reaktiviert bzw. optimiert werden."

Quelle: Dr. med. J. Sandmann, Dr. med. M. Khan, Prof. Dr. med. H. Scherer, Prof. Dr. med. Birgit Mazurek: Tinnitus: 100 Fragen – 100 Antworten, Ein Ratgeber für Betroffene. Hamburg 2007, Frage 61.

  • Info der Woche 14, 17.06.2015: 

"Die Wahrnehmung des chronischen Tinnitus kann durch Bewältigungsmethoden beeinflusst werden. Alle Eindrücke, die von unseren Sinnesorganen aufgenommen werden, dringen erst nach Filterung durch unsere Wahrnehmung in unser Bewusstsein. Dieses Filtersystem kann man trainieren."

Quelle: Dr. med. J. Sandmann, Dr. med. M. Khan, Prof. Dr. med. H. Scherer, Prof. Dr. med. Birgit Mazurek: Tinnitus: 100 Fragen – 100 Antworten, Ein Ratgeber für Betroffene. Hamburg 2007, Frage 72.

  • Info der Woche 13, 10.06.2015: 

"Empfehlenswerte Entspannungstechniken bei chronischem Tinnitus sind die Progressive Muskelrelaxation nach Jacobson, autogenes Training, Yoga, Meditations- und Atemtherapien."

Quelle: Dr. med. J. Sandmann, Dr. med. M. Khan, Prof. Dr. med. H. Scherer, Prof. Dr. med. Birgit Mazurek: Tinnitus: 100 Fragen – 100 Antworten, Ein Ratgeber für Betroffene. Hamburg 2007, Frage 68.

  • Info der Woche 12, 03.06.2015: 

"Durch Tinnitus kann es passieren, dass Musik verzerrt und schief gehört wird, weil das für den "richtigen" Höreindruck notwendige Zusammenspiel beider Ohren beeinträchtigt ist."

Quelle: Schaaf 2012: Morbus Menière - Schwindel, Hörverlust, Tinnitus. Eine psychosomatisch orientierte Darstellung. 7. Auflage, Springer. S. 47.

  • Info der Woche 11, 20.05.2015: 

"Die Behandlungsmethode "Tinnitus-Retraining-Therapie" schließt umfassende Aufklärung über das Krankheitsgeschehen, ggf. psychotherapeutische Maßnahmen, Erlernen von Entspannungsstrategien, Hörtraining und auch eine apparative Therapie ein."

Quelle:  Dr. med. J. Sandmann, Dr. med. M. Khan, Prof. Dr. med. H. Scherer, Prof. Dr. med. Birgit Mazurek: Tinnitus: 100 Fragen – 100 Antworten, Ein Ratgeber für Betroffene. Hamburg 2007, Frage 60 und 61.

  • Info der Woche 10, 13.05.2015:

"Durch wissenschaftliche Studien sind als Behandlungsmethoden für Tinnitus nur Bewältigungsstrategien und Gewöhnungstrainings anerkannt."

 Quelle:  Dr. med. J. Sandmann, Dr. med. M. Khan, Prof. Dr. med. H. Scherer, Prof. Dr. med. Birgit Mazurek: Tinnitus: 100 Fragen – 100 Antworten, Ein Ratgeber für Betroffene. Hamburg 2007, Frage 60 und 61.

  • Info der Woche 9, 06.05.2015:

"Durch Tinnitus kann es passieren, dass Musik verzerrt und schief gehört wird, weil das für den „richtigen“ Höreindruck notwendige Zusammenspiel beider Ohren beeinträchtigt ist."

Quelle: Dr. med. J. Sandmann, Dr. med. M. Khan, Prof. Dr. med. H. Scherer, Prof. Dr. med. Birgit Mazurek: Tinnitus: 100 Fragen – 100 Antworten, Ein Ratgeber für Betroffene. Hamburg 2007, Frage 41.

  • Info der Woche 8, 29. April 2015:

"Eine Belastung mit 105 dB(A), so wie sie beispielsweise in Diskotheken häufig vorkommt, bedeutet schon nach 4,8 min die gleiche Gehörgefährdung wie eine achtstündige Belastung mit 85 dB(A)."

Quelle: Zenner, H. P., Struwe, V., Schuschke, G., Spreng, M., Stange, G., Plath, P., ... & Lehnert, G. (1999). Gehörschäden durch Freizeitlärm. Hno, 47(4), S. 238

Kurzfassung des Artikels: http://link.springer.com/article/10.1007

  • Info der Woche 7, 22. April 2015:

"Die chronische Phase des Tinnitus beginnt nach drei Monaten. Nach diesem Zeitraum wird eine Akuttherapie als nicht mehr sinnvoll angesehen."

Quelle: Dr. med. J. Sandmann, Dr. med. M. Khan, Prof. Dr. med. H. Scherer, Prof. Dr. med. Birgit Mazurek: Tinnitus: 100 Fragen - 100 Antworten, Ein Ratgeber für Betroffene. Hamburg 2007, Frage 39.

  • Info der Woche 6, 15. April 2015:

"Je emotional erschöpfter ein Mensch ist, desto häufiger ist eine Hörminderung und desto häufiger tritt auch ein Tinnitus auf."

Quelle: Dignös, Eva (2015): "Weghören lernen", erschienen in: Weser Kurier, 30.03.2015.

Hier der vollständige Artikel.

  • Info der Woche 5, 8. April 2015:

"70 bis 80 Prozent der akuten Ohrgeräusche bilden sich wieder zurück. Wichtig ist, Ruhe zu bewahren, sich abzulenken, um einer Verstetigung der Geräusche vorzubeugen."

Quelle: Dignös, Eva (2015): "Weghören lernen" - Ein Interview mit Prof. Dr. Birgit Mazurek mit der DPA. Erschienen in: Weser Kurier, 30.03.2015.

Hier der vollständige Artikel.

  • Info der Woche 4, 1. April 2015

"Lärm kann durch direkte mechanische Schäden der Haarsinneszellen im Innenohr zu vorübergehenden oder dauerhaften Hörverlust und Tinnitus führen."

Quelle: (2004): Plontke, S; Zenner, H.P.: "Aktuelle Gesichtspunkte zu Hörschäden durch Berufs- und Freizeitlärm", erschienen in: Laryngo-Rhino-Otologie, 83, Seiten 122 - 164.

Zusammenfassung des Artikels: https://www.thieme-connect.com/products/ejournals/

  • Info der Woche 3, 25. März 2015

"Wer Tinnitus hat, nimmt Geräusche wahr, die nicht durch ein real existierendes, externes Signal, sondern durch eine fehlerhafte Signalübertragung vom Ohr zum Hörzentrum hervorgerufen werden."

Quelle: Mazurek, B., Haupt, H., Olze, H., & Szczepek, A. J. (2012): "Stress and tinnitus-from bedside to bench and back", erschienen in: Frontiers in systems neuroscience, 6 (Artikel 47)

Hier der Artikel zum Nachlesen:
http://journal.frontiersin.org/article/

  • Info der Woche 2, 18. März 2015

"Es ist bewiesen, dass Tinnitus Stress hervorruft, aber es gibt viel weniger Wissen darüber, ob Stress auch zu Tinnitus führt. Die Stiftung fördert deshalb Forschungsprojekte."

Quelle: Mazurek, B., Haupt, H., Olze, H., & Szczepek, A. J. (2012): "Stress and tinnitus - from bedside to bench and back", erschienen in: Frontiers in systems neuroscience, 6 (Artikel 47)

Hier der komplette Artikel zum Nachlesen: http://journal.frontiersin.org/article

  • Info der Woche 1, 11. März 2015

"Lärmschwerhörigkeit ist die häufigste anerkannte Berufskrankheit."

Quelle: Zenner, H. P., Struwe, V., Schuschke, G., Spreng, M., Stange, G., Plath, P., ... & Lehnert, G. (1999): "Gehörschäden durch Freizeitlärm", erschienen in: HNO, 47(4), Seiten 236-248.

Kurzfassung des Artikels: http://link.springer.com/article/10.1007