Publikationen

Wir stellen Ihnen regelmäßig neue wissenschaftliche Veröffentlichungen zum Thema "Tinnitus" vor, die die Experten des Tinnituszentrums der Charité für Sie ausgewählt haben. Im Folgenden stehen diese Publikationen für Sie zum Download bereit:

August 2017: Dieses Buch "Tinnitus und Stress" bietet aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse darüber, wie psychosozialer Stress das auditorische System beeinflussen kann, und beschreibt aktuelle Ansätze zur Behandlung von Patienten mit stressbedingtem Tinnitus. Dabei werden Aspekte wie zum Beispiel die Rolle von Stresshormonen für die auditorischen Funktionen, die Auswirkungen allostatischer Belastung, die individuelle Disposition bei auditorischen Traumata und der Zusammenhang zwischen stressbezogenen Biomarkern und Tinnitus vorgestellt. Die einzelnen Kapitel informieren über psychometrische Bewertunginstrumente in der Tinnitusklinik und stellen stressbedingte Tinnitusbehandlungsprotokolle und Outcome-Maßnahmen vor.

Es ist allgemein anerkannt, dass die Tinnituswahrnehmung als Stressfaktor wirkt. Inzwischen ist aber auch klar, dass psychosozialer Stress eine ursächliche Rolle bei Tinnitus spielen kann und dass die Auswirkungen je nach Ausmaß, Dauer und Qualität des Stresses variieren. Die Beurteilung der Art und des Ausmaßes von Stress bei Tinnituspatienten vor, während und nach der Behandlung ist daher sehr wichtig.
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Oktober 2015: Ein empfehlenswerter Artikel über den aktuellen neurowissenschaftlichen Forschungsstand zum Thema Tinnitus ist „Tinnitus: perspectives from human neuroimaging“ von Ana Belén Elgoyhen et al., der vor kurzem in der "Nature Reviews Neuroscience" erschienen ist. Schwerpunkt ist die Forschungsentwicklung der letzten Jahrzehnte: Mithilfe von Neurowissenschaften und Tiermodellen konnten mögliche Entstehungsprozesse von Tinnitus nachgezeichnet werden. Diese Erkenntnisse motivierten die Forscher dazu, neue Behandlungsansätze voranzutreiben, die direkt auf die Entstehung von Tinnitus im Gehirn abzielen. Im Zentrum der aktuellen Forschung stehen dabei funktionelle und strukturelle Störungen des Gehirns – und zwar nicht nur in den auditiven, sondern auch in verschiedenen nicht-auditiven Regionen: Die Wahrnehmung eines Ohrgeräusches entsteht durch eine vermehrte Aktivität im Hörzentrum des Gehirns, dem sogenannten Cortex. Während sich frühere Studien nur auf die direkten Verbindungen zu diesem auditiven Bereich konzentrierten, verdeutlichen die neueren Ergebnisse der Forscher, dass auch nicht-auditive Gehirnregionen an diesem Entstehungsprozess von Tinnitus beteiligt sind.
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Juli 2015: Neue Tinnitus-Studie: Bisher ist ein kausaler Zusammenhang zwischen Tinnitus und Depressionen oder Angststörungen in der Forschung nicht eindeutig nachgewiesen. Die klinische Forschung hat zwar mehrfach gezeigt, dass Tinnitus-Patienten ein erhöhtes Risiko für Depressionen und Angstzustände aufweisen können, dazu gibt es aber nur wenige Daten aus der Bevölkerung – und die Rolle der persönlichen Empfindlichkeit Betroffener wurde bisher gänzlich außer Acht gelassen. McCormack et al. untersuchen daher in einer aktuellen Studie, ob und wie stark Tinnitus mit Angstsymptomen und Depressionen zusammenhängt – und wie stark der Einfluss des sogenannten Neurotizismus, der unterschiedlich stark ausgeprägten individuellen Empfindsamkeit, ist. Dafür wurden in Großbritannien über 170.000 Studienteilnehmer befragt.
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März 2015: Ziel der von Jeanne Oiticica und Roseli Saraiva Moreira Bittar durchgeführten Feldforschung war es, die Tinnitus-Häufigkeit in Sao Paulo, Brasilien zu bestimmen, über die es bis dato keinerlei Informationen gab. Die brasilianische Zeitschrift Otorhinolaryngology veröffentlichte jüngst das Ergebnis der Studie: Durch insgesamt 1960 Interviews konnte herausgefunden werden, dass 22% der Beteiligten einen Tinnitus haben -  mehr, als die Forscherinnen angenommen hatten. Die Interviews wurden in über 600 Haushalten in den fünf Hauptbezirken der Stadt durchgeführt, so dass alle Altersgruppen und sozioökonomischen Profile gleichermaßen involviert waren.
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März 2015: Für die englischsprachige Zeitschrift Neuropsychiatric Disease and Treatment haben Ali Gül und vier weitere ForscherInnen aus der Türkei den Zusammenhang zwischen Angstsensitivität, also der Angst vor der Angst, und chronischem Tinnitus untersucht. Dafür wurden innerhalb von sechs Monaten verschiedene Tests mit 50 Tinnituspatienten durchgeführt. Die gleichen Tests fanden dann auch mit 50 gesunden Personen statt, um schließlich einen statistischen Vergleich anstellen zu können. Das Ergebnis: Bei den untersuchten Patienten mit chronischem Tinnitus kommen Somatisierung, Depression und innere Unruhe deutlich häufiger vor. Eine Bestätigung für die Tinnitus-Stiftung: Die Forschung in Richtung Stress und Tinnitus sollte auf jeden Fall weitergeführt werden.
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Dezember 2014: In der englischsprachigen Zeitschrift „Audiology & Neurotology“ berichten Professor Dr. Birgit Mazurek und Dr. Agnieszka J. Szczepek gemeinsam mit weiteren Tinnitus-Experten der Charité über Patienten mit chronischem Tinnitus, die sich bereits seit drei Jahren mit der Tinnitus-Retraining-Therapie behandeln lassen. Die Studienergebnisse belegen, dass sich die Lebensqualität der untersuchten Betroffenen verbessert und dass sich ihr Leidensdruck verringert hat:
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Dezember 2014: Die neuesten Erkenntnisse der Studie über die biologische Nachweisbarkeit von Tinnitus-bedingtem Stress publizieren Professor Dr. Birgit Mazurek und Dr. Agnieszka J. Szczepek zusammen mit weiteren WissenschaftlerInnen der Universitätsmedizin Berlin Mitte in der Ausgabe 318 der Fachzeitschrift „Hearing Research“. Lesen Sie mehr darüber, warum die Messung der Konzentration ausgewählter Zytokinen (Proteine, die das Wachstum und die Differenzierung von Zellen regulieren) zukünftig ein zusätzlicher objektiver Bestandteil der Tinnitus-Diagnostik werden könnte.
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